Kaiserpfalz

Die Kaiserpfalz Kaiserslautern: Geschichte digital wiederbelebt. Ein interdisziplinäres Universitätsprojekt, bei dem wir im Team eine historische Pfalz aus dem zwölften Jahrhundert anhand von minimalen Quellen als interaktive Multitouch-Anwendung und immersive VR-Experience rekonstruiert haben.

Auftraggeber

Hochschule Kaiserslautern

Team

Niklas Blume, Philip Greiner-Petter, Melina Kaiser, Manuel Peris, Dimitri Saenko, Alina Wingert, Lisa Lauer

Meine Rolle

Research, Konzept, Modelling, Unwrapping, Texturing

Im Rahmen von

Studium Virtual Design, Hochschule Kaiserslautern

Jahr & Dauer

2018

Kontext & die Recherche-Challenge

Im zwölften Jahrhundert ließ Kaiser Barbarossa eine prachtvolle Pfalz in Kaiserslautern bauen, von der heute kaum noch Überreste existieren. Im Rahmen eines interdisziplinären Universitätsprojekts hatten wir das Ziel, dieses Stück Heimatgeschichte digital wiederzubeleben und im virtuellen Raum greifbar zu machen. Die größte Hürde für unser Team war die extrem dünne Quellenlage, da uns anfangs lediglich zwei historische Bilder zur Verfügung standen. Um eine valide Datenbasis für die Interaktion zu schaffen, war monatelange Detektivarbeit in geschichtlichen Karten, Büchern und Dokumenten nötig.


Der Rekonstruktions-Prozess

Auf Basis eigener 3D-Scans der heutigen Umgebung haben wir die Landschaft und die Gebäude Schritt für Schritt dreidimensional modelliert. Wo historische Quellen schwiegen oder sich widersprachen, mussten wir im Team strategische Design-Entscheidungen treffen, um historische Genauigkeit mit einer lebendigen Ästhetik zu verknüpfen. Wir haben die historische Pflanzenwelt, die verschiedenen Gebäude der damaligen Stadt und zahlreiche kleinere Objekte rekonstruiert. Höchste Priorität hatte dabei die Kaiserpfalz selbst, um ihre einstige Pracht detailgetreu und nahbar spürbar zu machen.

Die Multitouch-Anwendung

Unsere gesamte Arbeit mündete zuerst in einer interaktiven Multitouch-Anwendung für den Vor-Ort-Einsatz. Die UX-Aufgabe lag hier darin, massive Informationsmengen sauber zu strukturieren, damit Nutzer intuitiv durch die Epochen navigieren können. Das Interface erlaubt einen direkten, visuellen Vergleich zwischen dem vierzehnten, siebzehnten und einundzwanzigsten Jahrhundert. Durch integrierte 360-Grad-Panoramen und interaktive Infotafeln können User die historische Architektur nahtlos mit dem heutigen Stadtbild abgleichen, ohne den roten Faden zu verlieren.


VR-Experience &
bleibender Live-Einsatz

Den interaktiven Höhepunkt bildet die VR-Experience mit dem Fokus auf räumliche Nutzerführung. In der virtuellen Realität taucht man komplett in die damalige Zeit ein. Das stärkste Feature ist eine intuitive Switch-Mechanik, mit der Nutzer per Knopfdruck nahtlos zwischen der Vergangenheit und der heutigen Realität umschalten können. Besonders stolz sind wir darauf, dass das Projekt nachhaltig im Stadtbild verankert wurde. Nach erfolgreichen Präsentationen auf Messen und der Langen Nacht der Kultur ist unsere Rekonstruktion heute dauerhaft auf einer Stele direkt an der echten Kaiserpfalz zu sehen und wird fest in die offiziellen Stadtführungen integriert.

Mein Fazit

Dieses Projekt hat mir gezeigt, dass Interface-Design die Brücke schlagen muss, wenn historische Daten aufhören zu sprechen. Die eigentliche Kunst lag im Interaction Design, also in der Frage, wie man Menschen durch verschiedene Jahrhunderte führt, ohne sie visuell zu überfordern. Immersive Medien wie VR und Multitouch-Tables schaffen es einfach, komplexes Wissen viel zugänglicher zu machen, als es jedes klassische Lehrbuch könnte.


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